Ein bewegter Zeitraffer

15 09 2014

Es war mir ein Bedürfnis die Bewegung in einen Zeitraffer zu bekommen.

So oft habe ich Zeitraffer von Bäumen, Abenden, Tagen oder Jahren von einer Position aus gesehen. Sie sind beeindruckend, wirken für den Betrachter nahezu erhaben und doch sind sie langweilig. Ihnen fehlt nicht das gewisse Etwas, ihnen fehlte in meinen Augen Bewegung.

Ein Objekt im Zeitraffer wirkt für mich so sehr zweidimensional, obwohl die Dimension Zeit dazu gekommen ist ;-p

Die Plastizität, die von der Siegessäule ausgeht oder dem Geldzähler, wirkt neben 3D Animationen harmlos und zu nah an der Wirklichkeit. Es kommt fast zu einem Uncanny Valley für die echten Statuen. Doch ich kann mich nicht entscheiden, wie es bei dem bewegten Zeitraffer ist. Endlich ist da eine räumliche Dimension. Die Fluchten ändern sich mit jedem Bild, die Bäume wandern in der Tiefe.
Das wäre erst einmal nichts Besonderes, wirken die Fotoreihen einer Seitwärtsbewegung hingegen aber normalerweise fade. Da bräuchte es kein stop-motion, da kann dann auch ne Kamera eine bessere Aufnahme machen.

Aber ich bin sehr zufrieden mit den Aufnahmen in der Hasenheide. Es ist zwar nur ein überschaubarer Zeitraum gewesen und ich hätte gern ein ganzes Jahr dokumentiert, doch ich bin umgezogen.

 





Schnittmaterial

10 06 2013

Oder auch Vorrat für ein paar findige Clips mit eingesprochenem Text.

Es gibt neben diesem kleinen Clip noch einige weitere Videoschnipsel von besonderen Perspektiven oder Ereignissen, die sich in eine Reihe fügen könnten, um etwas Mehr zu zeigen, als eben nur die Szenerie oder den Effekt bzw. Blickwinkel auf ein bestimmtes Objekt. Diese Materialien sind z.B. das Wachsen bis zum Erblühen eines lila Krokos im frostigen Frühjahr; Sonnenauf- und und -untergänge; Kirschblüten und ziehende Wolken; Regen auf befahrenen Straßen; Sonnenflecken auf der Stadt usw.

Dieser Clip ist da nur ein nettes Anfüttern für Interessierte, mehr mit dem Bildmaterial zu machen.





Louis Tuaillon im Berlinraffer

5 03 2013

Louis TuaillonLouis Tuaillon wurde 1862 in Berlin geboren, war ne Zeit lang weg, z.B. in Wien und Rom, und blieb dann bis zu seinem Tode 1919 in der Hauptstadt. Die Amazone im Tiergarten, am Ende des Clips, ist eine Vergrößerung des Originals vor dem Neuen Museum, mit der Tuaillon 1895 Berühmtheit erlangte.
Zuvor zeige ich den Herkules mit dem Erymanthischen Eber auf dem Lützowplatz. Bei dieser Figur habe ich ein komisches Gefühl. Sie besticht durch eine wuchtige Körperlichkeit des Herkules, doch fehlt ihm eine genaue Ausarbeitung des Mundes. Hinzu kommt das wenig ausgearbeitete Häufchen Elend unter dem Keiler. Ist es eine Kindergruppe oder nur ein Totholzhaufen? Dieses Element wirkt so roh wie ein Werk von Camille Claudel oder Auguste Rodin. Zwar fehlt der Figur die Innerlichkeit der beiden Franzosen, aber diese Rohheit erinnert mich stark daran.

Es ist ein ruhiger Auftakt mit dem gebrochenen Kirschbaum über den Wolken dahinziehen, ganz herbstlich.
Hingegen der Hermannplatz im Sommer gezeigt wird. Die Sonne, das Zeit gebende Element des Videos, geht vermittelt unter und auf. Die Himmels- und Wolkenfarbe, Autoscheinwerfer und Straßenlaternen. Es zeigt sich die typische Wetterlage Berlins, bewölkt… so ebenfalls am Kotti, des Nachts und im Viktoriapark, auf der höchsten natürlichen Erhebung Berlins 😉
Nicht anders am Treptower oder über den Dächern Neuköllns. Und erst recht im Winter auf dem Tempelhofer Feld, ein Sonnenuntergang.

Drei Sonnenaufgänge später und wir stehen auf dem Lützowplatz am Herkules mit dem Erymanthischem Eber. Die morgendliche Sonne schmilzt den Raureif und der Schatten wandert, bis die Sonne wieder hinter einem Gebäude verschwindet, erst dann die Umrundungen … cut.

Ein mechanisches Karussell für Kinder in herbstlichen Farben auf beinahe gelbem Gras. So kann der Tag vergehen und wieder wandern die Schatten in Richtung Abend, der dann noch einmal auf dem Tempelhofer Feld ungemein imposant fällt. Die Sonne bricht durch die Wolken und der Feuerball dringt auch noch durch die letzten Ritzen in Strahlen zum Feld durch. Ein Fest für die Augen.

Zwar ging die Sonne das letzte Mal im Clip unter, doch noch haben wir die Amazone im Tiergarten nicht gesehen. Ein Augenblick der Ruhe vor dieser Schönheit und sie erscheint. Sie war mir die größte Freude und für diese Skulptur bin ich wahrlich oft in den Tiergarten gefahren. Die Kälte machte mir nichts, der Regen auch nicht, vielmehr zog mich diese Gestalt in den Bann und machte mich schier rasend. In dieser Raserei fand ich Geduld und Ausdauer. Auf das ich Tuaillon gerecht werde.





Neustrelitz

26 12 2012

Tja, eine Stadt in Mecklenburg-Vorpommern: Neustrelitz. Es ist der Park neben dem Tiergarten und die Farben waren an dem Tag trotz Hochnebel prächtig. Ich wollte unbedingt noch Laub aus dem Herbst einfangen; ist es mir doch dieses Jahr schon nicht mit dem Farbwechsel an den Bäumen gelungen.
Dazu kam, dass ich versuche, andere Perspektiven zu erobern. Mir ist vor einiger Zeit die Promenadologie zu Ohren gekommen. Wikipedia gibt zwar Auskunft, doch ich fand einen Gedanken besonders gut, der dort nicht zu finden ist. Einen Spaziergang zu gestalten, der möglichst aufregend ist, also besonders viel zeigt und dabei wenig Weg fordert. Dabei soll nicht effektiver gegangen werden, es soll nur spannender sein.
In diesem Sinne möchte ich die Wege gestaltet wissen. Möglichst viele schöne Dinge sehen.

Aber noch etwas:

Dieser Clip war ein neuer Versuch die Medien zu kombinieren. Es ist eine Sache eifrig Fotos zu machen und dabei voran zu kommen. Doch stellt sich die Frage, warum nicht einfach Rec drücken, die Kamera laufen lassen und schlicht gehen.

1. Die gefilmten Bilder werden niemals so scharf, wie durch die Fotografie!
2. Das Bildformat ist größer als das HD Filmformat (4608×3072)!
3. Es kann viel dunkler sein als für Filmaufnahmen.

Schon diese drei Punkte sind für mich Anlass genug den Mehraufwand zu treiben.





10 – Berliner Mauer

16 11 2012

Die Berliner Mauer ist lang, ziemlich lang, und um genau zu sein war sie 167,8 Kilometer lang. Einmal um den Westteil Berlins.

Der zehnte Clip zu Berlin Bei Fuss beginnt am Strausberger Platz und umkreist den Brunnen zur Hälfte in der Nacht und einmal komplett am Tage mit sprudelnden Fontänen. Dabei blies der Wind das Wasser ständig aufs Objektiv und so musste ich schnell sein bei den Fotos, warum es ein wenig mehr wackelt, als es gut ist. Von dort aus geht es in den südlichen Friedrichshain durch die Plattenbausiedlungen. Es erscheint im Video nicht so, da es Nacht ist, aber es ist eine wirklich sehr hoch gebaute Gegend Berlins. Zudem sind beinahe alle Hinterhöfe mit Zäunen vor „Eindringlingen“ geschützt und die Wiesen jeweils mit Schildern versehen, auf denen durchgestrichene Hunde zu sehen sind, die kacken.

Nach dem Ostbahnhof, der nur von unter der Brücke zu sehen ist, kommt die East Side Gallery. Doch leider hat mir mein Videobearbeitungsprogramm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nicht nur, dass Bilder, die vor dem Screen von links nach rechts gezogen werden, völlig streifig werden und das Deinterlacen nicht hilft, es wurde auch erst nach einigem Knobeln klar, dass die Panoramabilder nicht breiter als 32800 Pixel breit sein dürfen. Wodurch die so schön vorgestellte Fahrt an der Mauer entlang, unmöglich wurde. Vorerst. Die 1,3 Kilometer der East Side Gallery werde ich noch als smoothe Fahrt präsentieren. Die Panoramabilder sind schon fertig und ich muss nur ein Programm und einen Rechner finden, auf dem ich den Clip anordnen kann.

Ansonsten ist es wunderbar, die Mauer in einem Stück zu sehen. Die Grenzmauer erscheint attraktiv und wurde als touristische Attraktion der Grausamkeit enthoben, die sie bedeutet hat. An anderer Stelle hat sie all ihre Präsenz eingebüßt und ist schlichtweg ein Pfad geworden. Dieser wird später noch zu sehen sein. Hier nur gilt der Pfad als Übergang nach Kreuzberg.





Siegessäule im Tiergarten

31 10 2012

Die Siegessäule mit ihrer Goldelse ähnelt im Video einer entzückenden Spieluhr.

Das einst martialische Siegessymbol über Dänemark(1864), Österreich(1866) und Frankreich(1870/71) hat seine historische Bedeutung beinahe eingebüßt! Die goldenen Kanonen in den unteren drei Trommeln sind der pure Hohn. Sie waren Beute und statt sie wieder einzusetzen, wurden sie vergoldet. Herrlich! Golden wuchs die Siegessäule: eine vierte Trommel mit goldenen Girlanden kam dazu, als sie vom Königsplatz auf den Großen Stern 1938/39 verpflanzt wurde. Und dann die goldene Viktoria. Die sich vom Brandenburger Tor, als Wagenführerin aus Kupfer zu einer riesigen Bronze aufgeschwungen hat und einen Platz fand, an dem sie allein sein kann. So lässt es der Blues vermuten, der als Spieluhrmusik die Umrundung der Goldelse begleitet. Nur leider ist dem nicht so. Hoch oben gibt es eine Besucherplattform und die Aussicht ist herrlich.

Mit einer geradezu gleichmäßigen Geschwindigkeit ziehen die Wolken über die Säule hinweg. Zu Anfang scheinen die Wolken sich zu verlangsamen und von der anderen Seite, wenn die Kamera sich wieder von der Goldelse entfernt, fliegen sie davon.

Ein herzlicher Genuss, den ich mir immer wieder ansehe.





Tempelhofer Wolken

23 10 2012

Für mich ist es ein Genuss den Wolken zuzuschauen. Das Glück und der Wind kamen mir dabei sehr entgegen.
Eigentlich hatte es an dem Tag heftig geregnet und der Himmel blieb ständig grau. Doch zum Nachmittag lockerte die Wolkendecke auf und die Sonne brach ab und an durch. Das Licht in der gewaschenen Luft hatte seinen eigenen Reiz. Dazu kam noch der tobsüchtige Wind. Auf dem Tempelhofer Feld gab es keinen Platz mit Windstille. Das Stativ musste ich beschweren, damit es nicht kippt und doch wackelte das Bild. Darum sind die ersten Aufnahmen so unruhig.
Aber was beschwere ich mich. Alles, was danach kam, hat sich gelohnt. Die Wolken zogen tief hängend über das Feld und boten ein illustres Schauspiel. Und zum Ende war mir halt das Glück hold und der Himmel klarte auf. Die Wolken, die dann noch ziehen, sind vom Heizkraftwerk in Schöneberg. Der ansonsten völlig klare Himmel bot keine Überraschungen mehr und so schwenkte ich zurück zum Fernsehturm, wo zur Freude Flugzeuge im Hintergrund in Tegel landeten und Berlin, ach so geschäftig, als Metropole erscheinen lassen.