3 – Hausen im Tiergarten

9 03 2012

Ich stresse die Kamera ziemlich und es ist einem Freund zu verdanken, dass ich diese Fotos überhaupt machen kann. Ihm ist an dieser Stelle mal ordentlich jedankt, kräftig die Hand jeschüttelt und „Danke“ jesagt. Dit is allit für Dich. Die janzen Filme. Eene Runde Berlin für den unter meinen Freunden, die Berlin so richtig duffte machen. „Support

Ein winziger Park, dessen Reiz nicht wirklich gezeigt wird, dieser liegt neben der Strecke, bringt mich das erste mal in Verlegenheit. Ein Mann fragte, kurz bevor er ins Bild käme, ob es eine Fotodokumentation sei. Ich bejahte und er stellte sofort laut in Frage,  ob er in so einem Film auftauchen will. Ich erwiderte seiner Begleitung, ob er denn wolle, dass sein Hintern retuschiert werden müsse. Woraufhin diese Frau so lauthals lachte, dass er ohne Worte weiter ging, sie in Begleitung. Sie redeten ganz normal weiter, als sei nichts gewesen. Sympathisch.

Eine kleine Rutsche in der Nähe des Potsdamer Platzes, pff, nicht wirklich lustig. Auch das Wetter war nicht gerade brillant, aber die Bildeffekte laden ein zu gucken. Sie machen den Tiergarten so sanft. Im Gebüsch, nördlich der Louiseninsel fand sich neben Tiergartengewässer ein Schläfer, auf schmalen Wegen, mit einem Fahrrad, lag er da unter einer gespannten Plane auf der Bank. Zu meinem Bedauern wurde er von mir geweckt, doch ließ er sich mit den kurzen Worten beruhigen. „Ich will Dir nix, ick mach nur Fotos.“

Und wie soll es anders sein, das Zentrum des Tiergarten ist die Siegessäule, die ich erst mehrmals umrunden wollte, doch dann blieb ich lieber dabei weiter zu gehen und am Bellevue vorbei, ohne wirklich einen Blick darauf zu werfen. Denn die schwangere Auster ist viel interessanter, oder auch Haus der Kulturen der Welt genannt.

Meine Kultur in der Nacht im Tiergarten, war die des Alkohols. Der Vorteil ein Stativ zu brauchen, heißt, positionieren, zielen und los lassen. Mit dem Fernauslöser kann ich gar nicht zu dolle auf den Auslöser drücken. Wunderbar. Diese Arbeitsbedingung habe ich mir ausgesucht und sie gönnte mir eine Leichtigkeit, Bilder einfach zu machen. Doch bei 5 sec Wartezeit für ein Bild, vergeht die Zeit einfach mal anders. Trinkend fing für mich jedenfalls der Morgen an. Ich war im Arsch. Die Temperaturen lagen immer um 3° und es war nass-windig. Ein Hoch auf die beflügelnde Wärme eines Rotweins in kalter Dämmerung. Ich muss wohl zu fröhlich für die zwei Polizisten gewesen sein. Doch sie ließen mich letztlich gehen, da ich keinen Ausweis dabei hatte. Ich hatte nix gemacht und ich wollte ihnen nix tun. Also kam ich davon, ich weiß auch nicht: ich sagte ihnen nur immer wieder laut meinen Namen. Die beiden sahen mir bestimmt beim Gehen nach, dieses Bild hat mich nicht mehr interessiert zu fotografieren. Ich bin zum Potse und aufs Fahrrad gestiegen. Die nächste Erfahrung, die ich mache, ist ein Stoff auf meiner Wange und Licht. Ich bin in Unterhose und Daheim. Geil!

Die letzten guten Bilder bei dem Nachtlauf waren die vor der schwangeren Auster und das Wetter des Tages entsprach dem der Nacht. Also ging es gleich wieder los. „Denn im Liegen hört der Kater nicht auf.“ Aber es war auch ein besseres Ende für den Clip, als eben ein Bild auf der Seite liegend, zwei Drittel Rasen und ein unscharfer Reichstag…

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