5 – Ick saß in Plötzensee

30 03 2012

Nich wirklich, ick bin da nur mal baden jewesen.

Doch von Plötzensee verabschieden wir uns mit den ersten Bildern, um dann in die Rehberge auf zu brechen.

Es steckt etwas mehr Ruhe in diesem Anfang, als zuvor, zwar nicht in den Bildern, dafür aber in der Musik. Die ist es dieses Mal nämlich, die auf verschiedene Weise mit dem Weg korreliert. Witzig…

Es kann zwar auch ein anderer Weg gegangen werden, doch es scheint beinahe so, als bliebe ich die ganze Zeit, obwohl mitten in Berlin, im Grünen. Die wenigen Straßen, die ich belaufe, fallen schon besonders auf, doch auch dort halte ich mich nicht an die Wege.

Nachdem ich in Dresden eine solche Fotoreihe gemacht habe, konnte ich in Berlin mein Urteil festigen. Der Berliner, wenn er mich auf der Straße sieht, hupt, er hupt nicht nur, er schimpft auch noch, aber er macht, dass er weiter kommt und lässt mich mein Ding machen. Nicht so in Dresden, wo ich beinahe überfahren, von mehreren Passanten angerempelt und wenn nicht, dann doch zumindest beargwöhnt wurde. Ich komme mit allem zurecht, aber wenn die Leute die Schnauze halten, dann ätzt das. Die solln zwar dann den Kopp zumachen und sich verziehn, aber da hab ich denen dann sagen können! So, ganz abfällig, ganz abschätzig, dat könnse, aber wat sagen, nee, dazu sind se wieder zu maulfaul.

Egal, ich hab in den Rehbergen jedenfalls gute Dinge gesehen und zwei Bewegungen verbunden. Die Drehung des Rathenau-Brunnens mit den nackten Kämpfern. Umrundend wird ihre Kraft deutlich und beim Brunnen, dessen Ebenmäßigkeit, bishin zur Langeweile ohne Wasser.
Von dort hinab weiter ins Grün der Rehberge. Ein toller Hang, langsam zum Rodeln und ebenso im Anstieg für Wanderer und Jogger. Abgebogen und dann geradeaus auf einen Sitzplatz zu, direkt neben den Tieren. Lang, lang, lang geht es dann in Richtung Jungfernheide. Kurz vor dem Flughafen ist Stopp!
Rewind.
Lieber nach rechts abbiegen und weiter in den Rehbergen, an den Kleingärten und Datschen vorbei, um auch das Freiluftkino nur zu passieren und raus aus dem Park zum Nachtigallplatz zu kommen. Denn der liegt auf dem Weg zwischen dem Park und Schiller. Doch vor Schiller taucht unter einer imposanten Wolkendecke tatsächlich der Eifelturm auf. Welch Wonne, die Wolken ziehen zu sehen.

Die Nacht ist angebrochen und es geht in Richtung Schiller, weiter an Kleingärten vorbei, in die Einsamkeit des weiten Parks. Doch ach nur kurz ist er zu sehen, wie er da steht und nichts sieht von dieser schönen Stadt.
Dafür gibt es wieder eine weite Grünfläche zu seinen Füßen. Was kann diese Stadt schöneres bieten, als grüne Wiesen? Die Weite dieser Metropole Berlin ergibt sich mit einem wahren Sammelsurium an grünen Auen;-)

Es war der Morgen, der mich an der Seestraße von neuem die Reihe hat fortsetzen lassen. Dort schlug ich mich durch die Hinterhöfe hin zum Brunnenplatz mit dem Amtsgericht Wedding. Irgendwie groß, aber gar nicht imposant. Das Gebäude lässt alles Nachdrückliche vermissen. Es fehlt so viel an Prunk und Zierde, die Fassade wirkt fade und flach, so ohne Inspiration. Nicht so wichtig, denn der Blick ist ja nur kurz auf das Gebäude gerichtet und weiter geht es zur Panke. Bis es bellt …

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2 responses

13 07 2012
Arno Abendschön

Ein großes Vergnügen – danach kann man süchtig werden. Und es ist nicht zu lang! Gibt wunderbar die spezielle Atmosphäre des Berliner Nordens wieder, diese heitere Tristesse. Meiner Meinung nach ist das Wedding-Video das beste in der ganzen Serie.

14 07 2012
evemcfar

Cool danke.

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