11 – Kaum ne Seele im Görli?

23 05 2012

Wie kann das denn sein?

Aber zuvor natürlich über die Oberbaumbrücke. Ja, genau da lang, wo alle tollen Hollywood- und Bollywoodfilme Berlin einfangen. Über diese ach so tolle Brücke, auf der abends Musiker spielen, später die Leute nicht von, sondern auf die Brücke pissen, und noch später anstehen, um ins Watergate zu kommen. So schön die Aussicht die Spree runter oder rauf auch sein mag, immer unter den Bögen entlang, wirkt angenehmer.
Und dann die Schlange der Wartenden. Es war ca. halb bis kurz vor Drei, also wahrlich spät und dennoch hatten die Leute nichts dagegen, an zu stehen … und sich unmittelbar als Grund für die Fotos zu profilieren.

Doch dann der Görli. Des nachts kann dort ebenso wenig los sein, wie im Video zu sehen ist, doch die Nacht ist längst nicht so schön, wie der Morgen. Nur die beiden Zeiten kamen in Frage, denn der Park beherbergt auch Gestalten, die absolut nicht fotografiert werden wollen. Und die werden nicht sagen: „Was hast Du da fotografiert?“, die werden sich die Kamera schnappen oder sie gleich vor meinem Gesicht zerkloppen. Sie werden sich auch am hellichten Tag nicht zurück halten und einfach zulangen. Von wem ich da rede? Naja, den bekannten Helfern, wenn Gras gekauft werden will, die einen ansprechen, nur weil man dort lang geht, die Mal mehr und Mal weniger verkaufen, ganz nach Tageszeit, Andrang im Park und Wetter.

Denn für gewöhnlich ist an einem warmen Tag der Görli wahnsinnig los. Da nehmen sich der Mauerpark und der Görlitzer Park nichts, wenn auch der Görli weit besser ist, denn längst nicht so touristisch überlaufen und dazu noch am Puls der Hanf- und Haschischvertriebler.

Und an dieser Stelle muss ich auf die Unsinnigkeit der Illegalität von Gras und Haschisch hinweisen. Es wird so viel Gras im Park verkauft! So viele Verbraucher können sich doch nicht irren. Sie alle sitzen doch keiner Dummheit auf. Dennoch wagen sie/wir dort den Einkauf und werden plötzlich von der Polizei festgesetzt. Zack, Funzel ins Gesicht und ab aufs Revier: „Kennen sie den und den?“. Ach ja, nix sagen. Einfach nix sagen. Für die pupsige Menge, die gekauft wurde, eröffnet die Bullerei kein Verfahren … und auch das ist schon der reine Hohn.

Naja, darum jedenfalls war der Görli leer, weil niemand ein Problem bekommen sollte.

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9 – Friedrichshain

7 05 2012

Der Park ist doch tatsächlich nach dem Großen Friedrich benannt. Und man kann es kaum glauben, was bei Wikipedia noch zu finden ist. Der damals, also 1840, dicht besiedelte Osten Berlins brauchte einen Erholungspark. Er gilt damit als erste kommunale Parkanlage Berlins ;-p Dat is doch mal wat.

Das Bötzowviertel macht den Anfang des Laufs. Vom Arnswalder Platz und dessen wuchtigem Brunnen über einen Spielplatz. Jaja, schon wieder die Blagen und ihr Platz in Parks. Aber darüber geht es einfach hinweg, in das wirklich beruhigt erscheinende Wohngebiet. Alles begradigt und Buchsbäume an den Wegrändern, gähn! Ganz hübsch anzusehen, aber da wohnen, will ich garantiert nicht, dann lieber in Neukölln mit einem miesen Hinterhof! Also raus da und in den Park.

Nach dem ersten Denkmal auf den kleinen Bunkerberg, auf dem ich eine ganze Weile ausharre. Doch welch Glück für mich, es sind Minusgrade und das Wetter sagt, BerlinBerlin, wie typisch kann es zugehen… Alle Wetter prasseln nieder, darum auch die sich verändernden Farben. Es regnet, schneit und hagelt!!! Kein Scheiß, so geht es im April, so wirkt der Himmel und dann der Abend, an dem sich die Wolken wieder verziehen. Die Bilder muten unscheinbar an, sind aber mit einer Menge Zittern dem Berghang, dem Himmel und mir abgetrotzt.

Eigentlich wollte ich in der Nacht noch zum Märchenbrunnen, aber mir fielen die Finger ab, ich spürte den Auslöseknopf nicht mehr und konnte auch kaum noch abschätzen, wohin ich fotografiere. Darum am Tage weiter und in Begleitung von vier Dohlen.

Am Märchenbrunnen drängte sich ein lustiges Pärchen ins Bild, ein Junge, der mit seinem jungen Hund spielte und immer wieder hin und her rannte. Ich wollte, konnte aber nicht, ihn fotografieren, zu groß sind meine Skrupel…

Also weiter auf den großen Bunkerberg. Im Winter hat man dort zumindest etwas Aussicht, im Sommer sieht man durch all das Laub nix mehr. Der Frühling lässt zumindest noch eine Ahnung zu… Von da also auch weg und endlich etwas Lustiges, die Fontäne im Großen Teich, drum herum und das Bächlein hinauf, um zum Denkmal des Namensgebers des Parks zu kommen. So recht gelungen ist mir die Präsentation nicht, aber er ist zu sehen, hmm.

Nach dem Park geht es in Richtung Strausberger Platz und zuvor an ein paar Steinen vorbei, doch die sind nur Platzhalter, denn einst stand dort ein Lenindenkmal und ist heute der Platz der vereinten Nationen. Der Platz wirkt nun unglaublich verloren und karg. Da hilft auch nicht, dass aus den Steinen Wasser fließt!

Eine letzte große Kreuzung noch und ich bin auf dem grünen Mittelstreifen hin zum Brunnen auf dem Strausberger Platz. Die Nacht birgt für ihn die beste Zeit. Mag er am Tage so schön Wasser speien und die Autofahrer auf dem Weg zum Alex beglücken. Er ist für Fußgänger nicht gemacht. Er braucht Ruhe und ich hätte ihn einmal ganz umrunden sollen. Tja, aber es war Ostern und schrecklich kalt!