Louis Tuaillon im Berlinraffer

5 03 2013

Louis TuaillonLouis Tuaillon wurde 1862 in Berlin geboren, war ne Zeit lang weg, z.B. in Wien und Rom, und blieb dann bis zu seinem Tode 1919 in der Hauptstadt. Die Amazone im Tiergarten, am Ende des Clips, ist eine Vergrößerung des Originals vor dem Neuen Museum, mit der Tuaillon 1895 Berühmtheit erlangte.
Zuvor zeige ich den Herkules mit dem Erymanthischen Eber auf dem Lützowplatz. Bei dieser Figur habe ich ein komisches Gefühl. Sie besticht durch eine wuchtige Körperlichkeit des Herkules, doch fehlt ihm eine genaue Ausarbeitung des Mundes. Hinzu kommt das wenig ausgearbeitete Häufchen Elend unter dem Keiler. Ist es eine Kindergruppe oder nur ein Totholzhaufen? Dieses Element wirkt so roh wie ein Werk von Camille Claudel oder Auguste Rodin. Zwar fehlt der Figur die Innerlichkeit der beiden Franzosen, aber diese Rohheit erinnert mich stark daran.

Es ist ein ruhiger Auftakt mit dem gebrochenen Kirschbaum über den Wolken dahinziehen, ganz herbstlich.
Hingegen der Hermannplatz im Sommer gezeigt wird. Die Sonne, das Zeit gebende Element des Videos, geht vermittelt unter und auf. Die Himmels- und Wolkenfarbe, Autoscheinwerfer und Straßenlaternen. Es zeigt sich die typische Wetterlage Berlins, bewölkt… so ebenfalls am Kotti, des Nachts und im Viktoriapark, auf der höchsten natürlichen Erhebung Berlins 😉
Nicht anders am Treptower oder über den Dächern Neuköllns. Und erst recht im Winter auf dem Tempelhofer Feld, ein Sonnenuntergang.

Drei Sonnenaufgänge später und wir stehen auf dem Lützowplatz am Herkules mit dem Erymanthischem Eber. Die morgendliche Sonne schmilzt den Raureif und der Schatten wandert, bis die Sonne wieder hinter einem Gebäude verschwindet, erst dann die Umrundungen … cut.

Ein mechanisches Karussell für Kinder in herbstlichen Farben auf beinahe gelbem Gras. So kann der Tag vergehen und wieder wandern die Schatten in Richtung Abend, der dann noch einmal auf dem Tempelhofer Feld ungemein imposant fällt. Die Sonne bricht durch die Wolken und der Feuerball dringt auch noch durch die letzten Ritzen in Strahlen zum Feld durch. Ein Fest für die Augen.

Zwar ging die Sonne das letzte Mal im Clip unter, doch noch haben wir die Amazone im Tiergarten nicht gesehen. Ein Augenblick der Ruhe vor dieser Schönheit und sie erscheint. Sie war mir die größte Freude und für diese Skulptur bin ich wahrlich oft in den Tiergarten gefahren. Die Kälte machte mir nichts, der Regen auch nicht, vielmehr zog mich diese Gestalt in den Bann und machte mich schier rasend. In dieser Raserei fand ich Geduld und Ausdauer. Auf das ich Tuaillon gerecht werde.

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