14 – und dann wieder Neukölln

16 09 2012

Es ist also vollbracht. Eine Runde in Berlin absolviert.

Der Unterschied der Bildqualität ist wahrlich ein Sprung. Sind die Bilder anfangs noch teils unscharf und farblich matt, wirken die letzten Aufnahmen ausgesprochen gelungen. Die Farben und das Licht sind tags und nachts spürbar stabiler und satt. Es gibt kein Flackern und kontrollierte Lichtwechsel, die der Aufmerksamkeit geschuldet das Schwarz im Rest des Bildes akzentuieren. Mir gefällt die Färbung des Abendhimmels über der Sonnenallee, wenn ich unter der Eisenbahnbrücke durch bin und die Straße überquert habe. Die langsame Wandelung drückt das Schwarz geradezu ins Bild.

Die letzten Bilder des Clips sind vom Anfang des ersten Films und daher beispielhaft verwackelt. Es wirkt beinahe entrückt anders, aber so dachte ich, wird nicht der Unterschied deutlich, sondern der Anschluss. Im Frühjahr begonnen, kaum belaubte Bäume und kalte Nächte, sind die letzten Bilder merklich begrünt und warm. Die Menschen tragen kurzärmlig oder kurze Hosen.

Es war mir ein Vergnügen und ich werde die ersten Aufnahmen verbessern oder ergänzen, so dass ich einen ganzen Film daraus machen kann. Jedoch keine Angst, es wird nicht so belastend, wie in den Clips. Dort trägt die Musik nur voran. Im Film soll es einen Sprecher geben, der nicht völlig gebunden an die Bilder liest oder erzählt. Es kommt, braucht derzeit aber noch Anlauf. Bis dahin ist die Runde vollendet, jedoch nicht das Projekt!

Demnächst kommt ein Weg durch Mitte, vom Bodemuseum zum Schlot, um eine Vorabinfo zu geben. Also etwas Geduld.





13 – Plänterwald Vergnügungspark

7 09 2012

Auf ins Grüne. Lust auf frische Luft im Wald.
Der Plänterwald ist groß und wild genug für dieses Vergnügen.

Von der Insel der Jugend starten wir mit einem Feuerwerk aufs Boot und ins sommerliche Treiben. Kinder, Kegel und Köter. Spaziergänger und fliegende Stöcker und endlich eine Baumdecke. Sattes grün von oben und durch die Wipfel schimmert Sonnenlicht auf den teils matschigen Boden.

Der stillgelegte Vergnügungspark ist ein zurückerobertes Stück Natur mit Schienen die die Spuren der Ausflügler zeigen, am Riesenrad vorbei, über grüne Teiche, durch Tunnel und Gebüsch, an gefallenen Dinosauriern vorbei und umrankten Fahrgeschäften.
Nur eine Etappe, denn es geht weiter in den Wald hinein. Nicht mehr nur gucken, sondern den Fährten nach, dicht am Boden entlang, unter dem niedrigen Laub der jungen Bäume. Ja, dort führt eine Spur entlang, eine Abkürzung zum Wasser.

Die Plansche unter freiem Himmel. Kein Freibad, kein Becken, nur alle 10 Minuten Fontänen, Duschen, Düsen und Schläuche, die Wasser für 10 Minuten speien. Hier rennen die Kidies nackt umher und sind in amüsanter Gesellschaft ganzer Kindergartengruppen aus verschiedenen KiTas in Treptow. Hier wachen aufmerksame Bademeister mit Sinn für Zeit. Hier gibt es Sonne, Wiese und Wasser auf warmen Asphalt. Eine Wonne.

Wir überwinden einen Zaun und sehen, dass das Vergnügen für die Jungs und Mädchen als Indianer oder Schaffner möglich ist, in einem dichten Wald hinter dem Holztippi um einen Baumstamm. Ideal, um Verstecke zu spielen und mit dem Stock Laub von den niedrigen Ästen zu schlagen. Unterholz liegt im Weg oder ein ganzer Baumstamm, der eine Lichtung geworfen hat. Ein hohes Blattschiff einer wäldlichen Kathedrale.
Hier ist der Wald spürbar. Moos hängt im morgendlichen Nebel, Tau im Vormittag und Dampf über dem Abend vom Spreeufer des nordöstlichen Waldrandes.
Wie viel Kinder in diesem Wald finden werden, kann der weitere Weg nur andeuten. So einige Weggabelungen schaffen so viele unerkundete Bereiche aus Strauchwerk, Schlupflöchern, Nestern, Schlangehäuten, Fraßresten und andere Wechselspuren. Alles dort ist völlig veränderlich! Ein Abenteuerparcour im grünen Dickicht.

Aber zurück zur Spree und noch einmal übersetzen. An der Polizei vorbei und dem Ruderverein.
Der Ausflug hatte seine Länge und so fällt die Nacht über uns. Doch wir schauen nur zu, es gibt keine Erschöpfung des Weges. Er führt erst noch nach Neukölln.





12 – Wunderbare Klimax im Treptower Park

19 07 2012

Manchmal ist mir das Glück einfach hold und in diesem Fall hatte ich den richtigen Tag und den richtigen Abend gewählt für ein illustres Ende des Films.

Der Treptower Park ist ein weitläufiger Hafengarten und der Anlass des belebten Abends war das Hafenfest. Eine Woche zuvor hatte ich die Aufnahmen über die Wiese hinweg gemacht und ein sehr kurzes Schrittmaß genommen. Um genau zu sein, eine Körperlänge. Unter mir hatte ich eine Decke und so bin ich vorwärts gepilgert.

Zuvor jedoch musste ich drei Mal zum sowjetischen Ehrenmal, um den „Befreier“ ins richtige Bild zu rücken. Erst bei wolkenfreier Nacht war es dunkel genug und ich konnte die Figur ohne „verbrannten“ oder überbelichteten Hintergrund fotografieren. Die Schwärze der Figur wird zu einem sanften Grau und durch das Rauschen verliert „Der Befreier“ an Härte.

Der Treptower Park ist nur ein Vorstation zum Plänterwald, der noch einmal gegensätzlicher nicht sein kann und zu Berlin passt, wie die Spucke in der Hand. Hand drauf.





11 – Kaum ne Seele im Görli?

23 05 2012

Wie kann das denn sein?

Aber zuvor natürlich über die Oberbaumbrücke. Ja, genau da lang, wo alle tollen Hollywood- und Bollywoodfilme Berlin einfangen. Über diese ach so tolle Brücke, auf der abends Musiker spielen, später die Leute nicht von, sondern auf die Brücke pissen, und noch später anstehen, um ins Watergate zu kommen. So schön die Aussicht die Spree runter oder rauf auch sein mag, immer unter den Bögen entlang, wirkt angenehmer.
Und dann die Schlange der Wartenden. Es war ca. halb bis kurz vor Drei, also wahrlich spät und dennoch hatten die Leute nichts dagegen, an zu stehen … und sich unmittelbar als Grund für die Fotos zu profilieren.

Doch dann der Görli. Des nachts kann dort ebenso wenig los sein, wie im Video zu sehen ist, doch die Nacht ist längst nicht so schön, wie der Morgen. Nur die beiden Zeiten kamen in Frage, denn der Park beherbergt auch Gestalten, die absolut nicht fotografiert werden wollen. Und die werden nicht sagen: „Was hast Du da fotografiert?“, die werden sich die Kamera schnappen oder sie gleich vor meinem Gesicht zerkloppen. Sie werden sich auch am hellichten Tag nicht zurück halten und einfach zulangen. Von wem ich da rede? Naja, den bekannten Helfern, wenn Gras gekauft werden will, die einen ansprechen, nur weil man dort lang geht, die Mal mehr und Mal weniger verkaufen, ganz nach Tageszeit, Andrang im Park und Wetter.

Denn für gewöhnlich ist an einem warmen Tag der Görli wahnsinnig los. Da nehmen sich der Mauerpark und der Görlitzer Park nichts, wenn auch der Görli weit besser ist, denn längst nicht so touristisch überlaufen und dazu noch am Puls der Hanf- und Haschischvertriebler.

Und an dieser Stelle muss ich auf die Unsinnigkeit der Illegalität von Gras und Haschisch hinweisen. Es wird so viel Gras im Park verkauft! So viele Verbraucher können sich doch nicht irren. Sie alle sitzen doch keiner Dummheit auf. Dennoch wagen sie/wir dort den Einkauf und werden plötzlich von der Polizei festgesetzt. Zack, Funzel ins Gesicht und ab aufs Revier: „Kennen sie den und den?“. Ach ja, nix sagen. Einfach nix sagen. Für die pupsige Menge, die gekauft wurde, eröffnet die Bullerei kein Verfahren … und auch das ist schon der reine Hohn.

Naja, darum jedenfalls war der Görli leer, weil niemand ein Problem bekommen sollte.





9 – Friedrichshain

7 05 2012

Der Park ist doch tatsächlich nach dem Großen Friedrich benannt. Und man kann es kaum glauben, was bei Wikipedia noch zu finden ist. Der damals, also 1840, dicht besiedelte Osten Berlins brauchte einen Erholungspark. Er gilt damit als erste kommunale Parkanlage Berlins ;-p Dat is doch mal wat.

Das Bötzowviertel macht den Anfang des Laufs. Vom Arnswalder Platz und dessen wuchtigem Brunnen über einen Spielplatz. Jaja, schon wieder die Blagen und ihr Platz in Parks. Aber darüber geht es einfach hinweg, in das wirklich beruhigt erscheinende Wohngebiet. Alles begradigt und Buchsbäume an den Wegrändern, gähn! Ganz hübsch anzusehen, aber da wohnen, will ich garantiert nicht, dann lieber in Neukölln mit einem miesen Hinterhof! Also raus da und in den Park.

Nach dem ersten Denkmal auf den kleinen Bunkerberg, auf dem ich eine ganze Weile ausharre. Doch welch Glück für mich, es sind Minusgrade und das Wetter sagt, BerlinBerlin, wie typisch kann es zugehen… Alle Wetter prasseln nieder, darum auch die sich verändernden Farben. Es regnet, schneit und hagelt!!! Kein Scheiß, so geht es im April, so wirkt der Himmel und dann der Abend, an dem sich die Wolken wieder verziehen. Die Bilder muten unscheinbar an, sind aber mit einer Menge Zittern dem Berghang, dem Himmel und mir abgetrotzt.

Eigentlich wollte ich in der Nacht noch zum Märchenbrunnen, aber mir fielen die Finger ab, ich spürte den Auslöseknopf nicht mehr und konnte auch kaum noch abschätzen, wohin ich fotografiere. Darum am Tage weiter und in Begleitung von vier Dohlen.

Am Märchenbrunnen drängte sich ein lustiges Pärchen ins Bild, ein Junge, der mit seinem jungen Hund spielte und immer wieder hin und her rannte. Ich wollte, konnte aber nicht, ihn fotografieren, zu groß sind meine Skrupel…

Also weiter auf den großen Bunkerberg. Im Winter hat man dort zumindest etwas Aussicht, im Sommer sieht man durch all das Laub nix mehr. Der Frühling lässt zumindest noch eine Ahnung zu… Von da also auch weg und endlich etwas Lustiges, die Fontäne im Großen Teich, drum herum und das Bächlein hinauf, um zum Denkmal des Namensgebers des Parks zu kommen. So recht gelungen ist mir die Präsentation nicht, aber er ist zu sehen, hmm.

Nach dem Park geht es in Richtung Strausberger Platz und zuvor an ein paar Steinen vorbei, doch die sind nur Platzhalter, denn einst stand dort ein Lenindenkmal und ist heute der Platz der vereinten Nationen. Der Platz wirkt nun unglaublich verloren und karg. Da hilft auch nicht, dass aus den Steinen Wasser fließt!

Eine letzte große Kreuzung noch und ich bin auf dem grünen Mittelstreifen hin zum Brunnen auf dem Strausberger Platz. Die Nacht birgt für ihn die beste Zeit. Mag er am Tage so schön Wasser speien und die Autofahrer auf dem Weg zum Alex beglücken. Er ist für Fußgänger nicht gemacht. Er braucht Ruhe und ich hätte ihn einmal ganz umrunden sollen. Tja, aber es war Ostern und schrecklich kalt!





8 – Kinder im Prenzlauer Berg

28 04 2012

Was für ein Bezirk.

Ein Freund hat sich seine Hörner in diesem Bezirk abgestoßen und es nur manchmal genossen. Die jungen Mädchen sind sicher nicht leichter zu ertragen, als Jungs. Er unterließ es aber ein Kind zu zeugen. Viele Andere haben es trotzdem vollbracht. Diese Blagen nun besetzen viele Räume in diesem Bezirk. Es gibt immer, sogar auf dem ersten Gelände, was kein Freizeitpark sein soll, sondern der Friedhofspark Pappelallee, Spielplätze. Dort wird das Motiv des Jungen, von dem noch nicht gesungen wird, angesprochen. Ein Satz über die Mauer, mit Schwung, statt zu klettern. Und zwar auf die Lychener Straße. Dem Anfang des LSD-Viertels, auf den Helmholtzplatz, an der Schliemannstraße vorbei, über die Duncker.

Auf dem Helmholtzplatz nun war es soweit. Es waren Kinder mit Eltern auf dem Spielplatz und daneben noch ein paar ansässige Suffies, die das Fotografieren nicht gut fanden, vielleicht, weil sie dabei Tischtennis spielten und naja, ich sie wahrscheinlich ablenkte…
Bei den Kindern auf dem Spielplatz hatte ich die Skrupel, doch bei den betankten Gestalten beließ ich es einfach dabei. Sie sind hiermit ganz herzlich gegrüßt, denn ich bin im Morgengrauen da gewesen und hab ihre Frauen getroffen, die den Platz als städtischer Stoßtrupp säuberten. Die leeren Weinflaschen, die Scherben und Kippenreste. Mehrere zeitlich getrennte Welten, denn nachts konnte ich den Helmholtzplatz natürlich ebenso wenig abfotografieren. Ein reges Treiben machte mir einen Strich durch die Rechnung. Darum fällt es vielleicht auch auf, dass die Bäume auf dem Helmholtzplatz belaubt sind. Der vierte Versuch sollte es sein;-)

Nach dem Helmholtzplatz wird hoffentlich klar, dass dieses Viertel mit zusammenhängenden Höfen einst weitläufig begangen werden konnte. Weit größere Höfe gibt es noch in Charlottenburg. Dort haben nicht die Zäune und Mauern gesiegt. Die Höfe wurden nicht als Fluchtwege vor der staatlichen Gewalt genutzt.

Die Stubbenkammer Straße wird durch den Hof nicht besonders eingeleitet, aber es ist das Ende des Summens der Sängerin. Ihre Stimme erhebt sie zu Blüten am Zeis-Planetarium im Thälmannpark. Und wieder Kinder, wodurch ich einem Hund gleich die Fährte abseits der gepflasterten Wege nehme. An oberirdischen Rohren entlang, die zu einer Schwimmhalle führen. Sie wurden scheinbar unachtsam installiert; und, ganz urbaner Mensch, haben sich die Anwohner unten drunter einen Weg nieder getreten. Solche Spuren finden sich nur in Parks offener Städte. Dieses Phänomen mag in Berlin als selbstverständlich wahrgenommen werden, in anderen Städten ist die Grünpflege viel rabiater gestaltet und lässt solche Spuren gar nicht zu. Wo Beton regiert, sind die Weg der Bewohner nahezu unsichtbar. Nicht so in Parks!

Dieses kleine Idyll, umgeben von Wohnhäusern, wird beim Denkmal besonders spürbar. Eben noch den gewaltige Thälmann umrundet, durch die Büsche an einen putzigen Teich.
Und immer weiter in noch einen Park. Wobei es hier im kommunistischen Andenken voran geht. Saefkow hat zwar nicht den hübschesten Park bekommen, aber direkt bei Thälmann, was die antifaschistische Verbindung knüpft und die jeweilige Rolle augenzwinkernd untermalt. Der laute Thälmann und der im Untergrund agierende Saefkow.





7 – Trubel im Mauerpark

20 04 2012

An einem Sonntag gleicht dieses Gelände mehr einem Vergnügungs- als einem Volkspark.

Habe ich die bisherigen Parks vorrangig an Sonntagen aufgesucht, um Menschen ins Bild zu holen und die Gegend belebt sein zu lassen. Es geht doch der Mensch am Liebsten in den Park, wenn er einen freien Tag zum Spazieren nutzen kann. Das Wetter stimmte zu frühlingshaften Temperaturen, da die Sonne wärmte. Doch es zeigte sich nie auch nur ein annähernd belebtes Bild, wie im Mauerpark. Mag es sein, dass der Flohmarkt, der jeden Sonntag dort stattfindet, Anteil trägt. Oder die Karaoke, die bei gutem Wetter, sprich, kein Regen, illustre Menschen anzieht. Oder die vielen Kleinkünstler, die mit ihrer Stimme, ihren Instrumenten oder Bewegungen Publikum bindet. Daneben sind dann die vielen Kinder samt Eltern; die Kleinhändler, die Drachen oder Getränke anbieten, Sportler und alle möglichen Touristen.

Das ist mal ein richtiger Volkspark.

Doch Eines zeigte sich hier zum Trotz ganz anders. Bemerkten Menschen, dass ich sie fotografiere, genierten sie sich weder, die Klappe auf zu reißen oder den mittleren Finger zu strecken, auf dass sie doch ihr Recht bekommen… raffte sich in der Masse von Menschen im Mauerpark nicht eine/r auf, mir zu sagen, dass das jetzt voll blöd sei. Nee, im Gegenteil, sie waren geradezu erfreut oder vielleicht auch nur in ihrem Glauben bestätigt, dass dies ein famoser Ort ist, an dem Sowas passiert… Egal, mein Gefühl ist nicht gerade das beste, wenn ich viele Menschen einfach so fotografiere. Eventuelle spricht da nur gesunde Paranoia aus mir, oder es ist eingetrichterter Skrupel, der gar nicht so ernst zu nehmen ist. Im Grunde verfolge ich nur ein Kunstprojekt und bin damit weit entfernt von Spionage oder Interner Mitarbeit.

Was auch immer, der Film zum Mauerpark macht Eindruck.