12 – Wunderbare Klimax im Treptower Park

19 07 2012

Manchmal ist mir das Glück einfach hold und in diesem Fall hatte ich den richtigen Tag und den richtigen Abend gewählt für ein illustres Ende des Films.

Der Treptower Park ist ein weitläufiger Hafengarten und der Anlass des belebten Abends war das Hafenfest. Eine Woche zuvor hatte ich die Aufnahmen über die Wiese hinweg gemacht und ein sehr kurzes Schrittmaß genommen. Um genau zu sein, eine Körperlänge. Unter mir hatte ich eine Decke und so bin ich vorwärts gepilgert.

Zuvor jedoch musste ich drei Mal zum sowjetischen Ehrenmal, um den „Befreier“ ins richtige Bild zu rücken. Erst bei wolkenfreier Nacht war es dunkel genug und ich konnte die Figur ohne „verbrannten“ oder überbelichteten Hintergrund fotografieren. Die Schwärze der Figur wird zu einem sanften Grau und durch das Rauschen verliert „Der Befreier“ an Härte.

Der Treptower Park ist nur ein Vorstation zum Plänterwald, der noch einmal gegensätzlicher nicht sein kann und zu Berlin passt, wie die Spucke in der Hand. Hand drauf.

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9 – Friedrichshain

7 05 2012

Der Park ist doch tatsächlich nach dem Großen Friedrich benannt. Und man kann es kaum glauben, was bei Wikipedia noch zu finden ist. Der damals, also 1840, dicht besiedelte Osten Berlins brauchte einen Erholungspark. Er gilt damit als erste kommunale Parkanlage Berlins ;-p Dat is doch mal wat.

Das Bötzowviertel macht den Anfang des Laufs. Vom Arnswalder Platz und dessen wuchtigem Brunnen über einen Spielplatz. Jaja, schon wieder die Blagen und ihr Platz in Parks. Aber darüber geht es einfach hinweg, in das wirklich beruhigt erscheinende Wohngebiet. Alles begradigt und Buchsbäume an den Wegrändern, gähn! Ganz hübsch anzusehen, aber da wohnen, will ich garantiert nicht, dann lieber in Neukölln mit einem miesen Hinterhof! Also raus da und in den Park.

Nach dem ersten Denkmal auf den kleinen Bunkerberg, auf dem ich eine ganze Weile ausharre. Doch welch Glück für mich, es sind Minusgrade und das Wetter sagt, BerlinBerlin, wie typisch kann es zugehen… Alle Wetter prasseln nieder, darum auch die sich verändernden Farben. Es regnet, schneit und hagelt!!! Kein Scheiß, so geht es im April, so wirkt der Himmel und dann der Abend, an dem sich die Wolken wieder verziehen. Die Bilder muten unscheinbar an, sind aber mit einer Menge Zittern dem Berghang, dem Himmel und mir abgetrotzt.

Eigentlich wollte ich in der Nacht noch zum Märchenbrunnen, aber mir fielen die Finger ab, ich spürte den Auslöseknopf nicht mehr und konnte auch kaum noch abschätzen, wohin ich fotografiere. Darum am Tage weiter und in Begleitung von vier Dohlen.

Am Märchenbrunnen drängte sich ein lustiges Pärchen ins Bild, ein Junge, der mit seinem jungen Hund spielte und immer wieder hin und her rannte. Ich wollte, konnte aber nicht, ihn fotografieren, zu groß sind meine Skrupel…

Also weiter auf den großen Bunkerberg. Im Winter hat man dort zumindest etwas Aussicht, im Sommer sieht man durch all das Laub nix mehr. Der Frühling lässt zumindest noch eine Ahnung zu… Von da also auch weg und endlich etwas Lustiges, die Fontäne im Großen Teich, drum herum und das Bächlein hinauf, um zum Denkmal des Namensgebers des Parks zu kommen. So recht gelungen ist mir die Präsentation nicht, aber er ist zu sehen, hmm.

Nach dem Park geht es in Richtung Strausberger Platz und zuvor an ein paar Steinen vorbei, doch die sind nur Platzhalter, denn einst stand dort ein Lenindenkmal und ist heute der Platz der vereinten Nationen. Der Platz wirkt nun unglaublich verloren und karg. Da hilft auch nicht, dass aus den Steinen Wasser fließt!

Eine letzte große Kreuzung noch und ich bin auf dem grünen Mittelstreifen hin zum Brunnen auf dem Strausberger Platz. Die Nacht birgt für ihn die beste Zeit. Mag er am Tage so schön Wasser speien und die Autofahrer auf dem Weg zum Alex beglücken. Er ist für Fußgänger nicht gemacht. Er braucht Ruhe und ich hätte ihn einmal ganz umrunden sollen. Tja, aber es war Ostern und schrecklich kalt!





8 – Kinder im Prenzlauer Berg

28 04 2012

Was für ein Bezirk.

Ein Freund hat sich seine Hörner in diesem Bezirk abgestoßen und es nur manchmal genossen. Die jungen Mädchen sind sicher nicht leichter zu ertragen, als Jungs. Er unterließ es aber ein Kind zu zeugen. Viele Andere haben es trotzdem vollbracht. Diese Blagen nun besetzen viele Räume in diesem Bezirk. Es gibt immer, sogar auf dem ersten Gelände, was kein Freizeitpark sein soll, sondern der Friedhofspark Pappelallee, Spielplätze. Dort wird das Motiv des Jungen, von dem noch nicht gesungen wird, angesprochen. Ein Satz über die Mauer, mit Schwung, statt zu klettern. Und zwar auf die Lychener Straße. Dem Anfang des LSD-Viertels, auf den Helmholtzplatz, an der Schliemannstraße vorbei, über die Duncker.

Auf dem Helmholtzplatz nun war es soweit. Es waren Kinder mit Eltern auf dem Spielplatz und daneben noch ein paar ansässige Suffies, die das Fotografieren nicht gut fanden, vielleicht, weil sie dabei Tischtennis spielten und naja, ich sie wahrscheinlich ablenkte…
Bei den Kindern auf dem Spielplatz hatte ich die Skrupel, doch bei den betankten Gestalten beließ ich es einfach dabei. Sie sind hiermit ganz herzlich gegrüßt, denn ich bin im Morgengrauen da gewesen und hab ihre Frauen getroffen, die den Platz als städtischer Stoßtrupp säuberten. Die leeren Weinflaschen, die Scherben und Kippenreste. Mehrere zeitlich getrennte Welten, denn nachts konnte ich den Helmholtzplatz natürlich ebenso wenig abfotografieren. Ein reges Treiben machte mir einen Strich durch die Rechnung. Darum fällt es vielleicht auch auf, dass die Bäume auf dem Helmholtzplatz belaubt sind. Der vierte Versuch sollte es sein;-)

Nach dem Helmholtzplatz wird hoffentlich klar, dass dieses Viertel mit zusammenhängenden Höfen einst weitläufig begangen werden konnte. Weit größere Höfe gibt es noch in Charlottenburg. Dort haben nicht die Zäune und Mauern gesiegt. Die Höfe wurden nicht als Fluchtwege vor der staatlichen Gewalt genutzt.

Die Stubbenkammer Straße wird durch den Hof nicht besonders eingeleitet, aber es ist das Ende des Summens der Sängerin. Ihre Stimme erhebt sie zu Blüten am Zeis-Planetarium im Thälmannpark. Und wieder Kinder, wodurch ich einem Hund gleich die Fährte abseits der gepflasterten Wege nehme. An oberirdischen Rohren entlang, die zu einer Schwimmhalle führen. Sie wurden scheinbar unachtsam installiert; und, ganz urbaner Mensch, haben sich die Anwohner unten drunter einen Weg nieder getreten. Solche Spuren finden sich nur in Parks offener Städte. Dieses Phänomen mag in Berlin als selbstverständlich wahrgenommen werden, in anderen Städten ist die Grünpflege viel rabiater gestaltet und lässt solche Spuren gar nicht zu. Wo Beton regiert, sind die Weg der Bewohner nahezu unsichtbar. Nicht so in Parks!

Dieses kleine Idyll, umgeben von Wohnhäusern, wird beim Denkmal besonders spürbar. Eben noch den gewaltige Thälmann umrundet, durch die Büsche an einen putzigen Teich.
Und immer weiter in noch einen Park. Wobei es hier im kommunistischen Andenken voran geht. Saefkow hat zwar nicht den hübschesten Park bekommen, aber direkt bei Thälmann, was die antifaschistische Verbindung knüpft und die jeweilige Rolle augenzwinkernd untermalt. Der laute Thälmann und der im Untergrund agierende Saefkow.





7 – Trubel im Mauerpark

20 04 2012

An einem Sonntag gleicht dieses Gelände mehr einem Vergnügungs- als einem Volkspark.

Habe ich die bisherigen Parks vorrangig an Sonntagen aufgesucht, um Menschen ins Bild zu holen und die Gegend belebt sein zu lassen. Es geht doch der Mensch am Liebsten in den Park, wenn er einen freien Tag zum Spazieren nutzen kann. Das Wetter stimmte zu frühlingshaften Temperaturen, da die Sonne wärmte. Doch es zeigte sich nie auch nur ein annähernd belebtes Bild, wie im Mauerpark. Mag es sein, dass der Flohmarkt, der jeden Sonntag dort stattfindet, Anteil trägt. Oder die Karaoke, die bei gutem Wetter, sprich, kein Regen, illustre Menschen anzieht. Oder die vielen Kleinkünstler, die mit ihrer Stimme, ihren Instrumenten oder Bewegungen Publikum bindet. Daneben sind dann die vielen Kinder samt Eltern; die Kleinhändler, die Drachen oder Getränke anbieten, Sportler und alle möglichen Touristen.

Das ist mal ein richtiger Volkspark.

Doch Eines zeigte sich hier zum Trotz ganz anders. Bemerkten Menschen, dass ich sie fotografiere, genierten sie sich weder, die Klappe auf zu reißen oder den mittleren Finger zu strecken, auf dass sie doch ihr Recht bekommen… raffte sich in der Masse von Menschen im Mauerpark nicht eine/r auf, mir zu sagen, dass das jetzt voll blöd sei. Nee, im Gegenteil, sie waren geradezu erfreut oder vielleicht auch nur in ihrem Glauben bestätigt, dass dies ein famoser Ort ist, an dem Sowas passiert… Egal, mein Gefühl ist nicht gerade das beste, wenn ich viele Menschen einfach so fotografiere. Eventuelle spricht da nur gesunde Paranoia aus mir, oder es ist eingetrichterter Skrupel, der gar nicht so ernst zu nehmen ist. Im Grunde verfolge ich nur ein Kunstprojekt und bin damit weit entfernt von Spionage oder Interner Mitarbeit.

Was auch immer, der Film zum Mauerpark macht Eindruck.





6 – Der Humboldthain liegt im Bezirk Mitte?

11 04 2012

Laut Wikipedia wird der Volkspark Humboldthain zum Bezirk Mitte gezählt. Er liegt im Stadtteil Gesundbrunnen und schließt die Lücke zwischen Wedding und Prenzlauer Berg.

Nach meinem Empfinden, ist Mitte zu weit weg und in der Nähe der Stadtmitte ist der Hain nun wirklich nicht. Aber der Logik eines Amtes auf die Schliche zu kommen ist wie Mäuse melken. Dat geht nur, solange man darüber spricht, ansonsten is dat Humbug.

Soweit zur Vorerklärung, doch mehr zum Lauf. Den Anfang der Strecke macht ein Privatgrund, der nicht betreten werden darf, außer es gibt eine Kunstaktion in Verbindung mit einer offenen Tür bzw. einem offenen Tor. Doch das ergab sich nicht, nicht im Frühjahr und daher musste ich mal wieder über den Zaun. Doch statt den hinteren Bereich des Geländes aufnehmen zu können, traf ich in aller herrgotts Frühe (Ich war drei Mal da), immer jemanden an, der mich vertrieb. Darum ist der Weg leider nur so kurz und nicht im ramponierten hinteren Abbruchbereich. Der ist nämlich wunderbar verfallen und bewachsen. Vielleicht gelingt es mir noch, diesen Bereich ein zu fangen, aber derzeit liegt nur diese Version vor.

Sodann ging es in den Humboldthain und ich hoffe mit mehr Ruhe. Denn das Video zum Wedding überreizt in seiner Länge. 10 1/2 Minuten sind einfach etwas deftig, auch wenn die Musik bis zum Schluss die Bilder kommentiert, es ist zu viel des Guten. Darum nun nicht nur ein kürzeres Video, sondern auch mehr fürs ruhende Auge.

Wolken sind mir das Liebste an den Wegen.





5 – Ick saß in Plötzensee

30 03 2012

Nich wirklich, ick bin da nur mal baden jewesen.

Doch von Plötzensee verabschieden wir uns mit den ersten Bildern, um dann in die Rehberge auf zu brechen.

Es steckt etwas mehr Ruhe in diesem Anfang, als zuvor, zwar nicht in den Bildern, dafür aber in der Musik. Die ist es dieses Mal nämlich, die auf verschiedene Weise mit dem Weg korreliert. Witzig…

Es kann zwar auch ein anderer Weg gegangen werden, doch es scheint beinahe so, als bliebe ich die ganze Zeit, obwohl mitten in Berlin, im Grünen. Die wenigen Straßen, die ich belaufe, fallen schon besonders auf, doch auch dort halte ich mich nicht an die Wege.

Nachdem ich in Dresden eine solche Fotoreihe gemacht habe, konnte ich in Berlin mein Urteil festigen. Der Berliner, wenn er mich auf der Straße sieht, hupt, er hupt nicht nur, er schimpft auch noch, aber er macht, dass er weiter kommt und lässt mich mein Ding machen. Nicht so in Dresden, wo ich beinahe überfahren, von mehreren Passanten angerempelt und wenn nicht, dann doch zumindest beargwöhnt wurde. Ich komme mit allem zurecht, aber wenn die Leute die Schnauze halten, dann ätzt das. Die solln zwar dann den Kopp zumachen und sich verziehn, aber da hab ich denen dann sagen können! So, ganz abfällig, ganz abschätzig, dat könnse, aber wat sagen, nee, dazu sind se wieder zu maulfaul.

Egal, ich hab in den Rehbergen jedenfalls gute Dinge gesehen und zwei Bewegungen verbunden. Die Drehung des Rathenau-Brunnens mit den nackten Kämpfern. Umrundend wird ihre Kraft deutlich und beim Brunnen, dessen Ebenmäßigkeit, bishin zur Langeweile ohne Wasser.
Von dort hinab weiter ins Grün der Rehberge. Ein toller Hang, langsam zum Rodeln und ebenso im Anstieg für Wanderer und Jogger. Abgebogen und dann geradeaus auf einen Sitzplatz zu, direkt neben den Tieren. Lang, lang, lang geht es dann in Richtung Jungfernheide. Kurz vor dem Flughafen ist Stopp!
Rewind.
Lieber nach rechts abbiegen und weiter in den Rehbergen, an den Kleingärten und Datschen vorbei, um auch das Freiluftkino nur zu passieren und raus aus dem Park zum Nachtigallplatz zu kommen. Denn der liegt auf dem Weg zwischen dem Park und Schiller. Doch vor Schiller taucht unter einer imposanten Wolkendecke tatsächlich der Eifelturm auf. Welch Wonne, die Wolken ziehen zu sehen.

Die Nacht ist angebrochen und es geht in Richtung Schiller, weiter an Kleingärten vorbei, in die Einsamkeit des weiten Parks. Doch ach nur kurz ist er zu sehen, wie er da steht und nichts sieht von dieser schönen Stadt.
Dafür gibt es wieder eine weite Grünfläche zu seinen Füßen. Was kann diese Stadt schöneres bieten, als grüne Wiesen? Die Weite dieser Metropole Berlin ergibt sich mit einem wahren Sammelsurium an grünen Auen;-)

Es war der Morgen, der mich an der Seestraße von neuem die Reihe hat fortsetzen lassen. Dort schlug ich mich durch die Hinterhöfe hin zum Brunnenplatz mit dem Amtsgericht Wedding. Irgendwie groß, aber gar nicht imposant. Das Gebäude lässt alles Nachdrückliche vermissen. Es fehlt so viel an Prunk und Zierde, die Fassade wirkt fade und flach, so ohne Inspiration. Nicht so wichtig, denn der Blick ist ja nur kurz auf das Gebäude gerichtet und weiter geht es zur Panke. Bis es bellt …





4 – Plötzensee

11 03 2012

Und dann endlich hinauf in den Norden der Stadt. Berlin ist eine so gewaltige Stadt, ihre Ausdehnung kann man nur unterschätzen und die Wege werden mit dem Blick auf den Fernsehturm völlig unberechenbar. Dieser riesige Turm, ist von überall zu sehen und gibt immer Orientierung, wo der Stadtkern ist, aber er ist ebenso trügerisch. Denn die Entfernung ist an ihm kaum genau ablesbar.

Plötzensee ist mit den Rehbergen verbunden, wohin es im nächsten Video geht und das Freibad Plötzensee bietet hier das genügsame Ende, wenn es schon an der Mauer entlang ging. Vorbei am Hamburger Bahnhof, unter dem Hauptbahnhof entlang.

Das Ufer in der Hafennähe gefiel mir persönlich am besten und es zeigt am eindrucksvollsten, wie schön unerschlossen Teile der Stadt sind. Dort haben Trampelpfade die Stadtentwicklung betrieben. Warum diese Wege pflastern? Warum diesen Uferstreifen bebauen? So gefällt es mir, so darf es bleiben ;-p

Auf unser abseitiges Berlin: