12 – Wunderbare Klimax im Treptower Park

19 07 2012

Manchmal ist mir das Glück einfach hold und in diesem Fall hatte ich den richtigen Tag und den richtigen Abend gewählt für ein illustres Ende des Films.

Der Treptower Park ist ein weitläufiger Hafengarten und der Anlass des belebten Abends war das Hafenfest. Eine Woche zuvor hatte ich die Aufnahmen über die Wiese hinweg gemacht und ein sehr kurzes Schrittmaß genommen. Um genau zu sein, eine Körperlänge. Unter mir hatte ich eine Decke und so bin ich vorwärts gepilgert.

Zuvor jedoch musste ich drei Mal zum sowjetischen Ehrenmal, um den „Befreier“ ins richtige Bild zu rücken. Erst bei wolkenfreier Nacht war es dunkel genug und ich konnte die Figur ohne „verbrannten“ oder überbelichteten Hintergrund fotografieren. Die Schwärze der Figur wird zu einem sanften Grau und durch das Rauschen verliert „Der Befreier“ an Härte.

Der Treptower Park ist nur ein Vorstation zum Plänterwald, der noch einmal gegensätzlicher nicht sein kann und zu Berlin passt, wie die Spucke in der Hand. Hand drauf.

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7 – Trubel im Mauerpark

20 04 2012

An einem Sonntag gleicht dieses Gelände mehr einem Vergnügungs- als einem Volkspark.

Habe ich die bisherigen Parks vorrangig an Sonntagen aufgesucht, um Menschen ins Bild zu holen und die Gegend belebt sein zu lassen. Es geht doch der Mensch am Liebsten in den Park, wenn er einen freien Tag zum Spazieren nutzen kann. Das Wetter stimmte zu frühlingshaften Temperaturen, da die Sonne wärmte. Doch es zeigte sich nie auch nur ein annähernd belebtes Bild, wie im Mauerpark. Mag es sein, dass der Flohmarkt, der jeden Sonntag dort stattfindet, Anteil trägt. Oder die Karaoke, die bei gutem Wetter, sprich, kein Regen, illustre Menschen anzieht. Oder die vielen Kleinkünstler, die mit ihrer Stimme, ihren Instrumenten oder Bewegungen Publikum bindet. Daneben sind dann die vielen Kinder samt Eltern; die Kleinhändler, die Drachen oder Getränke anbieten, Sportler und alle möglichen Touristen.

Das ist mal ein richtiger Volkspark.

Doch Eines zeigte sich hier zum Trotz ganz anders. Bemerkten Menschen, dass ich sie fotografiere, genierten sie sich weder, die Klappe auf zu reißen oder den mittleren Finger zu strecken, auf dass sie doch ihr Recht bekommen… raffte sich in der Masse von Menschen im Mauerpark nicht eine/r auf, mir zu sagen, dass das jetzt voll blöd sei. Nee, im Gegenteil, sie waren geradezu erfreut oder vielleicht auch nur in ihrem Glauben bestätigt, dass dies ein famoser Ort ist, an dem Sowas passiert… Egal, mein Gefühl ist nicht gerade das beste, wenn ich viele Menschen einfach so fotografiere. Eventuelle spricht da nur gesunde Paranoia aus mir, oder es ist eingetrichterter Skrupel, der gar nicht so ernst zu nehmen ist. Im Grunde verfolge ich nur ein Kunstprojekt und bin damit weit entfernt von Spionage oder Interner Mitarbeit.

Was auch immer, der Film zum Mauerpark macht Eindruck.