Neustrelitz

26 12 2012

Tja, eine Stadt in Mecklenburg-Vorpommern: Neustrelitz. Es ist der Park neben dem Tiergarten und die Farben waren an dem Tag trotz Hochnebel prächtig. Ich wollte unbedingt noch Laub aus dem Herbst einfangen; ist es mir doch dieses Jahr schon nicht mit dem Farbwechsel an den Bäumen gelungen.
Dazu kam, dass ich versuche, andere Perspektiven zu erobern. Mir ist vor einiger Zeit die Promenadologie zu Ohren gekommen. Wikipedia gibt zwar Auskunft, doch ich fand einen Gedanken besonders gut, der dort nicht zu finden ist. Einen Spaziergang zu gestalten, der möglichst aufregend ist, also besonders viel zeigt und dabei wenig Weg fordert. Dabei soll nicht effektiver gegangen werden, es soll nur spannender sein.
In diesem Sinne möchte ich die Wege gestaltet wissen. Möglichst viele schöne Dinge sehen.

Aber noch etwas:

Dieser Clip war ein neuer Versuch die Medien zu kombinieren. Es ist eine Sache eifrig Fotos zu machen und dabei voran zu kommen. Doch stellt sich die Frage, warum nicht einfach Rec drücken, die Kamera laufen lassen und schlicht gehen.

1. Die gefilmten Bilder werden niemals so scharf, wie durch die Fotografie!
2. Das Bildformat ist größer als das HD Filmformat (4608×3072)!
3. Es kann viel dunkler sein als für Filmaufnahmen.

Schon diese drei Punkte sind für mich Anlass genug den Mehraufwand zu treiben.

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12 – Wunderbare Klimax im Treptower Park

19 07 2012

Manchmal ist mir das Glück einfach hold und in diesem Fall hatte ich den richtigen Tag und den richtigen Abend gewählt für ein illustres Ende des Films.

Der Treptower Park ist ein weitläufiger Hafengarten und der Anlass des belebten Abends war das Hafenfest. Eine Woche zuvor hatte ich die Aufnahmen über die Wiese hinweg gemacht und ein sehr kurzes Schrittmaß genommen. Um genau zu sein, eine Körperlänge. Unter mir hatte ich eine Decke und so bin ich vorwärts gepilgert.

Zuvor jedoch musste ich drei Mal zum sowjetischen Ehrenmal, um den „Befreier“ ins richtige Bild zu rücken. Erst bei wolkenfreier Nacht war es dunkel genug und ich konnte die Figur ohne „verbrannten“ oder überbelichteten Hintergrund fotografieren. Die Schwärze der Figur wird zu einem sanften Grau und durch das Rauschen verliert „Der Befreier“ an Härte.

Der Treptower Park ist nur ein Vorstation zum Plänterwald, der noch einmal gegensätzlicher nicht sein kann und zu Berlin passt, wie die Spucke in der Hand. Hand drauf.





8 – Kinder im Prenzlauer Berg

28 04 2012

Was für ein Bezirk.

Ein Freund hat sich seine Hörner in diesem Bezirk abgestoßen und es nur manchmal genossen. Die jungen Mädchen sind sicher nicht leichter zu ertragen, als Jungs. Er unterließ es aber ein Kind zu zeugen. Viele Andere haben es trotzdem vollbracht. Diese Blagen nun besetzen viele Räume in diesem Bezirk. Es gibt immer, sogar auf dem ersten Gelände, was kein Freizeitpark sein soll, sondern der Friedhofspark Pappelallee, Spielplätze. Dort wird das Motiv des Jungen, von dem noch nicht gesungen wird, angesprochen. Ein Satz über die Mauer, mit Schwung, statt zu klettern. Und zwar auf die Lychener Straße. Dem Anfang des LSD-Viertels, auf den Helmholtzplatz, an der Schliemannstraße vorbei, über die Duncker.

Auf dem Helmholtzplatz nun war es soweit. Es waren Kinder mit Eltern auf dem Spielplatz und daneben noch ein paar ansässige Suffies, die das Fotografieren nicht gut fanden, vielleicht, weil sie dabei Tischtennis spielten und naja, ich sie wahrscheinlich ablenkte…
Bei den Kindern auf dem Spielplatz hatte ich die Skrupel, doch bei den betankten Gestalten beließ ich es einfach dabei. Sie sind hiermit ganz herzlich gegrüßt, denn ich bin im Morgengrauen da gewesen und hab ihre Frauen getroffen, die den Platz als städtischer Stoßtrupp säuberten. Die leeren Weinflaschen, die Scherben und Kippenreste. Mehrere zeitlich getrennte Welten, denn nachts konnte ich den Helmholtzplatz natürlich ebenso wenig abfotografieren. Ein reges Treiben machte mir einen Strich durch die Rechnung. Darum fällt es vielleicht auch auf, dass die Bäume auf dem Helmholtzplatz belaubt sind. Der vierte Versuch sollte es sein;-)

Nach dem Helmholtzplatz wird hoffentlich klar, dass dieses Viertel mit zusammenhängenden Höfen einst weitläufig begangen werden konnte. Weit größere Höfe gibt es noch in Charlottenburg. Dort haben nicht die Zäune und Mauern gesiegt. Die Höfe wurden nicht als Fluchtwege vor der staatlichen Gewalt genutzt.

Die Stubbenkammer Straße wird durch den Hof nicht besonders eingeleitet, aber es ist das Ende des Summens der Sängerin. Ihre Stimme erhebt sie zu Blüten am Zeis-Planetarium im Thälmannpark. Und wieder Kinder, wodurch ich einem Hund gleich die Fährte abseits der gepflasterten Wege nehme. An oberirdischen Rohren entlang, die zu einer Schwimmhalle führen. Sie wurden scheinbar unachtsam installiert; und, ganz urbaner Mensch, haben sich die Anwohner unten drunter einen Weg nieder getreten. Solche Spuren finden sich nur in Parks offener Städte. Dieses Phänomen mag in Berlin als selbstverständlich wahrgenommen werden, in anderen Städten ist die Grünpflege viel rabiater gestaltet und lässt solche Spuren gar nicht zu. Wo Beton regiert, sind die Weg der Bewohner nahezu unsichtbar. Nicht so in Parks!

Dieses kleine Idyll, umgeben von Wohnhäusern, wird beim Denkmal besonders spürbar. Eben noch den gewaltige Thälmann umrundet, durch die Büsche an einen putzigen Teich.
Und immer weiter in noch einen Park. Wobei es hier im kommunistischen Andenken voran geht. Saefkow hat zwar nicht den hübschesten Park bekommen, aber direkt bei Thälmann, was die antifaschistische Verbindung knüpft und die jeweilige Rolle augenzwinkernd untermalt. Der laute Thälmann und der im Untergrund agierende Saefkow.