8 – Kinder im Prenzlauer Berg

28 04 2012

Was für ein Bezirk.

Ein Freund hat sich seine Hörner in diesem Bezirk abgestoßen und es nur manchmal genossen. Die jungen Mädchen sind sicher nicht leichter zu ertragen, als Jungs. Er unterließ es aber ein Kind zu zeugen. Viele Andere haben es trotzdem vollbracht. Diese Blagen nun besetzen viele Räume in diesem Bezirk. Es gibt immer, sogar auf dem ersten Gelände, was kein Freizeitpark sein soll, sondern der Friedhofspark Pappelallee, Spielplätze. Dort wird das Motiv des Jungen, von dem noch nicht gesungen wird, angesprochen. Ein Satz über die Mauer, mit Schwung, statt zu klettern. Und zwar auf die Lychener Straße. Dem Anfang des LSD-Viertels, auf den Helmholtzplatz, an der Schliemannstraße vorbei, über die Duncker.

Auf dem Helmholtzplatz nun war es soweit. Es waren Kinder mit Eltern auf dem Spielplatz und daneben noch ein paar ansässige Suffies, die das Fotografieren nicht gut fanden, vielleicht, weil sie dabei Tischtennis spielten und naja, ich sie wahrscheinlich ablenkte…
Bei den Kindern auf dem Spielplatz hatte ich die Skrupel, doch bei den betankten Gestalten beließ ich es einfach dabei. Sie sind hiermit ganz herzlich gegrüßt, denn ich bin im Morgengrauen da gewesen und hab ihre Frauen getroffen, die den Platz als städtischer Stoßtrupp säuberten. Die leeren Weinflaschen, die Scherben und Kippenreste. Mehrere zeitlich getrennte Welten, denn nachts konnte ich den Helmholtzplatz natürlich ebenso wenig abfotografieren. Ein reges Treiben machte mir einen Strich durch die Rechnung. Darum fällt es vielleicht auch auf, dass die Bäume auf dem Helmholtzplatz belaubt sind. Der vierte Versuch sollte es sein;-)

Nach dem Helmholtzplatz wird hoffentlich klar, dass dieses Viertel mit zusammenhängenden Höfen einst weitläufig begangen werden konnte. Weit größere Höfe gibt es noch in Charlottenburg. Dort haben nicht die Zäune und Mauern gesiegt. Die Höfe wurden nicht als Fluchtwege vor der staatlichen Gewalt genutzt.

Die Stubbenkammer Straße wird durch den Hof nicht besonders eingeleitet, aber es ist das Ende des Summens der Sängerin. Ihre Stimme erhebt sie zu Blüten am Zeis-Planetarium im Thälmannpark. Und wieder Kinder, wodurch ich einem Hund gleich die Fährte abseits der gepflasterten Wege nehme. An oberirdischen Rohren entlang, die zu einer Schwimmhalle führen. Sie wurden scheinbar unachtsam installiert; und, ganz urbaner Mensch, haben sich die Anwohner unten drunter einen Weg nieder getreten. Solche Spuren finden sich nur in Parks offener Städte. Dieses Phänomen mag in Berlin als selbstverständlich wahrgenommen werden, in anderen Städten ist die Grünpflege viel rabiater gestaltet und lässt solche Spuren gar nicht zu. Wo Beton regiert, sind die Weg der Bewohner nahezu unsichtbar. Nicht so in Parks!

Dieses kleine Idyll, umgeben von Wohnhäusern, wird beim Denkmal besonders spürbar. Eben noch den gewaltige Thälmann umrundet, durch die Büsche an einen putzigen Teich.
Und immer weiter in noch einen Park. Wobei es hier im kommunistischen Andenken voran geht. Saefkow hat zwar nicht den hübschesten Park bekommen, aber direkt bei Thälmann, was die antifaschistische Verbindung knüpft und die jeweilige Rolle augenzwinkernd untermalt. Der laute Thälmann und der im Untergrund agierende Saefkow.

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